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Die Reihe will im Sinne der Traditionswahrung bedeutende literarische Werke aus dem deutsch-französisch-luxemburgischen Dreiländereck einem breiten Publikum in lesefreundlichen Ausgaben wieder zugänglich machen.
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"Sammlung Bücherturm" wird herausgegeben von Prof. Dr. Günter Scholdt und Hermann Gätje als Repräsentanten des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass an der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek.

Hier finden Sie eine Übersicht der bisher erschienen Bände

| Band 8 Morand Claden / Eduard Reinacher / Oskar Wöhrle: Das Drei-Elsässer-Buch

Der Erzählband vereinigt bedeutsame Texte dreier elsässischer Autoren aus der (damals deutschsprachigen) Generations- und Schicksalsgemeinschaft der sog. Reichslandzeit, die allesamt nach dem Ersten Weltkrieg erschienen: »Désiré Dannacker« (1930) von Morand Claden, »Robinson« (1920) von Eduard Reinacher und »Querschläger« (1925) von Oskar Wöhrle. Die unter spätexpressionistischem Einfluss entstandenen Werke reagieren damit in unterschiedlicher Weise auf den politisch-sozialen Epochenumbruch, der sich im Elsass mit besonderer Schärfe vollzog. Wöhrle bietet eine möglichst authentische Schilderung des blutig-chaotischen Soldatenalltags. Claden veranschaulicht den Riss, der in Folge dieses Kriegs durch die elsässische Gesellschaft ging, in Form einer Familientragödie. Reinacher entflieht der bedrückenden politischen Gegenwart literarisch in eine Südseeidylle. |

| Band 7 Roland Stigulinszky: »Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung«

Werkauswahl aus 60 Jahren
Seit knapp sechs Jahrzehnten zieht der Saarbrücker Roland Stigulinszky mit Feder und Zeichenstift auf Pointenjagd. So entstanden (zunächst als Beiträge in "Der Tintenfisch", "Saarbrücker Zeitung", "Kieler Nachrichten", "Süddeutsche Zeitung", "Neue Illustrierte", "Pardon" oder "Twen") Hunderte von amüsanten Stellungnahmen zur Zeit: Satiren, Kurzgeschichten, Appelle, Reisebilder, (Nonsense-) Gedichte, Aphorismen, Cartoons, Karikaturen und Werbegrafik. Die hier präsentierte Auslese füllt nicht weniger als 420 Seiten. Die Zahl der Zeichnungen ist fast ebenso groß. Den Leser und Betrachter erwartet eine vergnügliche Bildungsreise durch ein gutes halbes Jahrhundert, eine kritisch-satirische wie humorvolle Musterung von Kultur, Geschichte, Politik, Gesellschaft und allzu menschlichen Schwächen auf dem täglichen Jahrmarkt der Eitelkeiten. |

| Band 6 Liesbet Dill: »Virago«

Roman aus dem Saargebiet "Virago" (1913) erzählt das Schicksal einer als männerhaft verschrienen saarländischen Industriellentochter, deren Wunsch nach eigenverantwortlicher unternehmerischer Tätigkeit an zeitgenössischen Rollenerwartungen zerbricht. Anschaulich erleben wir die Gesellschaft um 1900, besonders das Verhältnis von Mann und Frau, Bürger und Offizier, Kapital und Arbeit. Zugleich enthält der Roman als regionale Rarität ein Stück Industriegeschichte des Neunkircher Raums mit Schwerpunkt auf der großen Streikbewegung der Jahre 1889-1893. Liesbet Dill (1877-1962), geboren im saarländischen Dudweiler, war eine ungemein produktive Erzählerin. Viele ihrer fast 100 Bücher behandeln die Problematik der saarländisch-lothringischen Grenze. Daneben schildert sie das Geschlechterverhältnis aus frühemanzipatorischer Sicht, unterhaltsam und flüssig, aber mit scharfem realistischem Blick. Ihre Romane, schrieb Salcia Landmann, seien daher noch immer oder schon wieder lesenswert. "Man lernt aus ihnen mehr als aus vielen langweiligen sozialhistorischen Exkursen." |

| Band 5 André Weckmann: Wie die Würfel fallen

Roman und Werkauswahl
Hauptthema des 1924 geborenen Schriftstellers André Weckmann ist die schwierige Identitätssuche seiner elsässischen Heimat. In die wechselvolle Geschichte des lange umkämpften Grenzlands war er durch Zwangsrekrutierung, Verwundung und Desertion schmerzlich verwickelt. Nach dem 2. Weltkrieg engagierte er sich gleichwohl für die Verständigung der ehemals verfeindeten Nachbarn. Das Elsaß begreift er dabei als Modell eines europäischen Brückenschlags. Seine konkreten Vorschläge zur kulturellen Ausgestaltung gipfeln in der Werbung für eine deutsch-französische Bilinguazone. Aus Anlaß seines 80. Geburtstags erscheint eine repräsentative Werkauswahl. Den Schwerpunkt bilden der große Elsaß-Roman "Wie die Würfel fallen" (1981) und "Sechs Briefe aus Berlin" (1969), eine einfühlsame Musterung der Frontstadt im Kalten Krieg. Weitere Lyrik-, Erzähl-, Dramen- oder Filmtexte, mal satirisch, mal elegisch oder reflexiv, zeigen den Autor in seiner ganzen literarischen Vielfalt. |

| Band 4 Alfred Gulden: Dreimal Amerika

Alfred Gulden (*1944) lebt wechselweise im Saarland und in München. Die Polarität zwischen heimatlichem Interesse und Weltläufigkeit kennzeichnet sein Werk ebenso wie die Bereitschaft zu erregenden Sprachexperimenten. 1982 erschien "Greyhound", seine literarische Auseinandersetzung mit dem American Dream, und machte den Autor schlagartig bekannt. Der Roman verarbeitet Erlebnisse und Irritationen einer USA-Reise, die im jungen Mann des Jahres 1967 fast einen Kulturschock auslösten. 23 Jahre später bot ein Amerika-Stipendium Gelegenheit zu erneuter Bestandsaufnahme. Daraus entstanden die Filmerzählung "A Coney Island of my heart" (1991) und "Silvertowers. Geschichten aus New York" (1993). "Dreimal Amerika" enthält alle Texte, mehr als 50 Filmfotos und Reproduktionen von Ed Hopper-Bildern als Vorlagen zu Geschichten. Der Band bietet somit erstmals die Chance einer vergleichenden und sich ergänzenden Lektüre. Dabei frappiert die überzeitliche Aktualität vieler damaliger Beobachtungen.
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| Band 3 Anton Betzner: Basalt

Was ist plötzlich mit dem Dörfchen Hainrod los, fragte bereits ein zeitgenössischer Rezensent von Anton Betzners Roman "Basalt". Jahrzehntelang schien es in ländlicher Einsamkeit geborgen. Doch dann kamen Krieg und Revolution, und mit dem neuen Steinbruch müssen sich die Mächte der Beharrung dem Ansturm des (industriellen) Fortschritts stellen. Betzners Dorf- und Familiensaga bietet ein detailgenaues Gesellschaftspanorama der 1920er bis 1940er Jahre, das nicht selten modellhafte Züge annimmt. Manches mutet uns heute fremd, vergangen oder archaisch an. Doch im Kern toben solche Konflikte auch gegenwärtig allenthalben in der Dritten Welt, die sich der Globalisierung ausgesetzt sieht. Der Romancier, Essayist und Funkautor Anton Betzner (1895-1976) gehört zu den frühen Mitgliedern des Saarländischen Autorenverbands. Sein bedeutendstes Werk "Basalt" erschien erstmals 1942.
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| Band 2 Alfred Petto: Die Mädchen auf der Piazza

Alfred Petto (1902-1962) war einer der bedeutendsten saarländischen Erzähler. Seine realistischen Schilderungen des heimatlichen Milieus wie der Rechtssphäre, die ihm beruflich vertraut war, lesen sich heute wie ein regionaler Sitten- bzw. Mentalitätsspiegel der 1930er bis 50er Jahre. 1958 erschien mit "Die Mädchen auf der Piazza" sein wichtigstes Werk, eine Mischung aus Love-Story und Politroman. Ludwig Laudwein, Pettos "Held", kehrt 1956 nach Italien zurück, um etwas in Ordnung zu bringen, was zwölf Jahre zuvor in einem Abruzzen-dorf geschehen ist und ihn seither nicht mehr losläßt. Die Reise in die Vergangenheit deckt erregende Ereignisse aus Krieg und Nachkrieg wieder auf. Dem Roman angeschlossen sind Auszüge aus Pettos Italien-Tagebuch von 1944. |

| Band 1 Heinrich Kraus: Poetische Haltestellen

Eine Auswahl der Lyrik aus vier Jahrzehnten
Heinrich Kraus, geboren 1932 in St. Ingbert, gehört zu den großen (Dialekt-)Poeten der Region. Seine Themen umfassen Natur, Liebe, Arbeitswelt, Außenseiter oder jahrtausendealte Fragen menschlicher Sinngebung. Eine Vielfalt an Formen kennzeichnet sein lyrisches Werk. Es wechseln klassische Verse mit freien Rhythmen, Sonett mit Haiku, Elegie mit Moritat, Ballade oder Vagantenlied. Hinzu kommen einfühlsame Übertragungen von Gedichten aus aller Welt. Diese Auswahl aus etwa 3.000 bislang veröffentlichten Texten zieht die Summe einer poetischen Existenz.
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Last update: 14:34 23/11 2007
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